Fahrradreisen - outdoor now
Mit dem Fahrrad auf dem Deich neben der Elbe

Fahrradreisen

Urlaub mit dem Fahrrad – oder auch Fahrradreisen – ist eine großartige Erfahrung: Man kann viel größere Entfernungen zurücklegen als beim Trekking – und hat obendrein auch noch die Möglichkeit mehr Gepäck mitzunehmen, ohne dass der Rücken gleich wehtut. Und trotzdem ist man nur eine Armlänge vom nächsten Grashalm entfernt und kann abseits von großen Straßen mitten durch die Natur reisen.

Damit der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Wir wissen aus eigener Erfahrung, welche Fehler man machen kann und wollen dich davor bewahren. Am Ende der Reise wirst du trotzdem feststellen, dass du einiges noch hättest besser machen können. Deswegen freuen wir uns, wenn du uns deine Erfahrungen als Kommentar hinterlässt.

Das Fahrrad vorbereiten

Ob du es glaubst oder nicht: Hier kann man viel falsch machen. Vor einer längeren Tour solltest du unbedingt ein technisches Check-Up durchführen. Ist die Kette geölt und gespannt? Sind die Kettenritzel noch nicht zu abgefahren? Müssen die Bremsklötze getauscht werden? In welchem Zustand befinden sich die Laufräder – sind die Speichen gespannt, laufen sie rund, sind die Mäntel in Ordnung, verliert der Schlauch Luft? All das sind wichtige Punkte.

Eine Freundin ist neulich von Berlin nach Rostock geradelt und hatte sich kurz vorher einen neuen Sattel zugelegt. Nach 8 km tat ihr bereits der Hintern weh. Also prüfe vor der eigentlichen Reise: Bist du mit der Sitzposition zufrieden? Ist der Sattel komfortabel genug? Hast du alternative Möglichkeiten deine Hände am Lenker zu positionieren, um deine Hände und Handgelenke mal zu entlasten? Das lässt sich über den Anbau von Hörnchen oder z.B. einem Rennradlenker erreichen. Eine goldene Regel lautet: Wenn du an deinem Fahrrad etwas verändert hast, mach unbedingt ein paar längere Probefahrten, bevor dir Probleme erst auf der eigentlichen Tour auffallen.

Die Länge der Tagesetappen wählen

Auch hier gilt: Vor der eigentlichen Reise das Fahrrad mal testweise mit der gesamten Ausrüstung bepacken und eine längere Fahrt unternehmen. Dann merkt man recht schnell, wie gut man voran kommt, was die Kondition so hergibt, wo die eigenen Grenzen sind. Nichts kann einem den Spaß an einer Fahrradreise mehr verderben, als wenn man sich nur noch die Straße entlang quält. Das führt unweigerlich zu einem Tunnelblick und selbst die schönste Landschaft abseits der Wege zieht ungesehen an einem vorbei.

Wie lang eine Strecke pro Tag etwa sein sollte, lässt sich so pauschal nicht sagen. Das hängt von vielen Faktoren ab: Wie gut bist du im Training? Wieviel Gepäck hast du dabei? Gibt es viele Steigungen zu überwinden? Und so weiter. Ich kenne Leute, die machen 120 km am Tag. Das ist aber nicht meine Art zu reisen. 40 km können auch ausreichen, klingen aber eher wenig. Dafür hat man Zeit für viele Pausen und ein entspanntes Fahren. Für Neulinge würde ich erstmal nicht über 80 km pro Tag kalkulieren. Mit der Zeit bekommt man aber ein gutes Gefühl dafür, wie lange man fahren kann, ohne sich zu sehr zu verausgaben. Manchmal ist man gezwungen etwas weiter zu fahren, weil auf der Strecke kein Campingplatz in gewünschter Nähe ist. Und an anderen Tagen ist es gut, wenn man einen Notfallhalt einplant, falls man die ganze Tagesetappe einfach nicht mehr fahren kann oder möchte.

Wir fahren auch über Wasser, wenn da Brücken sind – oder Fähren!

Plane die Route nicht zu genau

Fahrradreisen sind ja auch dazu da, damit man die Freiheit spürt. Schnür dir kein zu enges Korsett, in dem du die Tour generalstabsmäßig planst. Lass dir etwas Spielraum für spontane Änderungen, Umwege und „Ankunftstermine“. Mal ist es an einem Ort sehr schön und du möchtest länger bleiben. An einem anderen Tag ist das Wetter vielleicht saumäßig und deine Motivation eher gen Null.

Entspannt fahren – der Weg ist das Ziel

Wer beim Reisen mit dem Fahrrad vor allem nur am Ziel ankommen will, verpasst das Schönste! Bestimmt gibt es auf dem Weg auch immer mal wieder Orte, wo du genauer erkunden oder wo du ein bisschen verweilen möchtest. Wenn dir aber immer dieser Teufel im Nacken sitzt und dir ins Ohr flüstert: „Wir haben noch so viel Strecke vor uns!“, dann ist es mit der entspannten Tour ganz schnell vorbei.

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